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Für alle Einkommens- und Vermögensklassen gibt es in Nidwalden steuerlich attraktive Bedingungen. Dank dem neuen Einkommenssteuertarif unterliegen steuerbare Einkommen bereits ab rund CHF 155000 keiner Tarifprogression mehr; sie werden zum tiefen Maximalsatz von 2,75 Prozent besteuert

Steuertarif

Zur Berechnung der Einkommens- und Vermögenssteuer wird die einfache Steuer mit dem Gesamtsteuerfuss von Kanton und Gemeinden multipliziert. Bei einem steuerbaren Einkommen von rund CHF 155000 und mehr beträgt die einfache Steuer maximal 2,75 Prozent. Die einfache Vermögenssteuer beträgt 0,25 Promille. Für Ehegatten gilt ein Freibetrag von CHF 70000, für Alleinstehende ein solcher von CHF 35000. Pro Kind kann zusätzlich ein Freibetrag von CHF 15000 abgezogen werden.

Zusätzlich zu den Kantons- und Gemeindesteuern werden direkte Bundessteuern erhoben. Für diese gilt ein gesamtschweizerisch einheitlicher Tarif. Die direkte Bundessteuer kennt keine Vermögenssteuer.

Automatischer Teuerungsausgleich. Der automatische Ausgleich der Folgen der kalten Progression erfolgt bei einer Erhöhung des Landesindexes der Konsumentenpreise um 5 Prozent, jedoch mindestens alle drei Jahre.

Die Gesamtsteuerbelastung von Einkommen und Vermögen sieht für ein konfessionsloses Ehepaar in der Gemeinde Hergiswil – bei einem Gesamtsteuerfuss von 4,25 Einheiten (Kanton und Gemeinde) und unter Einbezug der direkten Bundessteuer (ohne Vermögenssteuer) – für die Steuerperiode 2011 wie in den nachfolgenden Grafiken dargestellt aus.

STEUERBELASTUNG EINKOMMEN

STEUERBELASTUNG VERMÖGEN

Teilsplitting

Um den Steuersatz für gemeinsam steuerpflichtige Ehegatten zu bestimmen, wird das steuerbare Einkommen durch den Divisor 1,85 geteilt. Dabei spielt es keine Rolle, ob beide oder nur einer der Ehegatten ein Erwerbseinkommen erzielt. Dies gilt auch für verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern zusammenleben und deren Unterhalt bestreiten. Alleinstehende bezahlen ihre Steuern tarifgemäss ohne Divisor. Der Kanton Nidwalden kennt seit Jahren das sogenannte Teilsplitting. Bei einem Divisor 2 spricht man von einem Vollsplitting. Das Splitting mildert bzw. beseitigt unter anderem auch die «Heiratsstrafe».

Sozialabzüge

Die Sozialabzüge werden am Ende der Steuerperiode bzw. am Ende der Steuerpflicht festgesetzt. Zur Entlastung von Familien wurde der Kinderabzug erweitert und der Kinderbetreuungsabzug markant erhöht. Wie viel die Abzüge im Einzelnen betragen, zeigen die folgenden Tabellen.

Sozialabzüge vom Einkommen

Kinderbetreuungskosten

Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung

Gewinn und Kapital einer juristischen Person unterliegen der Gewinn- bzw. der Kapitalsteuer. Soweit Beteiligungen im Besitz von natürlichen Personen sind, unterliegen sie auch der Vermögenssteuer. Beteiligungserträge unterliegen zudem der Einkommenssteuer. Dies führt zu einer wirtschaftlichen Doppelbelastung, die im Kanton Nidwalden gemildert wird. Für Beteiligungserträge aus Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, an denen die Beteiligungsinhaberin oder der Beteiligungsinhaber mit mindestens 5 Prozent beteiligt ist, oder wenn die entsprechende Beteiligung einen Verkehrswert von mindestens CHF 5 Millionen aufweist, reduziert sich die Einkommenssteuer um die Hälfte. Die Vermögenssteuer sinkt auf 0,2 Promille. Die wirtschaftliche Doppelbelastung wird somit beim Einkommen wie beim Vermögen gemildert und umfasst (neben ausgeschütteten Gewinnen) auch geldwerte Leistungen.

Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung

Entlastungen bei der Besteuerung von Liquidationsgewinnen  von Personenunternehmen

Wird die selbständige Erwerbstätigkeit nach dem vollendeten 55. Altersjahr oder wegen Unfähigkeit zur Weiterführung infolge Invalidität definitiv aufgegeben, so werden die in den letzten zwei Geschäftsjahren realisierten stillen Reserven gesondert vom übrigen Einkommen stark reduziert besteuert. Diese privilegierte Besteuerung entlastet Selbständigerwerbende bei der definitiven Aufgabe ihrer Erwerbstätigkeit.

Kapitalleistungen aus Vorsorge

Kapitalleistungen aus Vorsorge werden getrennt vom übrigen Einkommen über eine Jahressteuer erfasst. Die einfache Steuer beträgt zwei Fünftel des ordentlichen Steuersatzes, mindestens jedoch 0,8 Prozent.

Liegenschafts- und Eigenmietwerte

Liegenschafts- und Marktmietwerte werden massvoll festgelegt. Die Liegenschaften werden in aller Regel vorgängig besichtigt. Für die Bewertung gelten ein einfaches Verfahren und anerkannte Regeln. Allgemeine Marktveränderungen werden vor Beginn der Steuerperiode jeweils berücksichtigt. Die so ermittelten Liegenschafts- und Marktmietwerte bilden die Grundlage für die Einkommens- und Vermögenssteuer. Der Eigenmietwert für die am Wohnsitz selbst bewohnte Liegenschaft beträgt 70 Prozent des Marktmietwerts.

Minimalsteuer auf Grundstücken

Die Minimalsteuer tritt an die Stelle der ordentlichen Einkommens- und Vermögenssteuer. Sie wird nur erhoben, wenn die ordentliche Einkommens- und Vermögenssteuer tiefer ausfällt als die Minimalsteuer. Die feste einfache Steuer beträgt 0,3 Promille des Steuerwerts der Grundstücke. Für die Berechnung der Minimalsteuer wird die einfache Steuer mit dem Gesamtsteuerfuss (Kanton/Gemeinden) multipliziert.

Besteuerung nach Aufwand (Pauschalbesteuerung)

Natürliche Personen, die erstmals oder nach mindestens zehnjähriger Landesabwesenheit im Kanton Nidwalden Wohnsitz oder Aufenthalt nehmen und hier keine Erwerbstätigkeit ausüben, können anstelle der Einkommens- und Vermögenssteuer eine Steuer nach Aufwand entrichten.

Grundstückgewinnsteuer

Die Grundstückgewinnsteuer wird auf dem Gewinn aus der Veräusserung von Grundstücken erhoben. Veräusserungen gleichgestellt sind Rechtsgeschäfte, die wirtschaftlich wie eine Veräusserung wirken. Natürliche Personen profitieren von zahlreichen Steueraufschubtatbeständen, Selbständigerwerbende von umfassenden Verlustverrechnungsmöglichkeiten.

Steuertarif. Der Gewinn berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den Anlagekosten (ursprünglicher Erwerbspreis zuzüglich getätigter wertvermehrender Investitionen). Bei geschäftlichen Grundstücken wird ein Teil des Gewinns (Buchgewinn durch wiedereingebrachte Abschreibungen) der ordentlichen Einkommens- bzw. Gewinnsteuer unterstellt. Nur der darüber hinausgehende Gewinn (Wertzuwachsquote) unterliegt der Grundstückgewinnsteuer. Steuerpflichtig ist die Veräusserin bzw. der Veräusserer des Grundstücks.

Die Steuerbelastung wird unter Berücksichtigung der Eigentumsdauer festgelegt und beträgt 12 Prozent (Minimalsteuersatz für eine Eigentumsdauer von 30 Jahren und mehr) bzw. 36 Prozent (Maximalsteuersatz für eine Eigentumsdauer von einem Jahr und weniger).

Steueraufschub. Einen Steueraufschub bewirken insbesondere Handänderungen infolge erbrechtlichen Erwerbs, Handänderungen unter Ehegatten im Zusammenhang mit dem Güterrecht, Abgeltungen ausserordentlicher Beiträge eines Ehegatten an den Unterhalt der Familie sowie Abgeltungen scheidungsrechtlicher Ansprüche (sofern beide Ehegatten mit dem Steueraufschub einverstanden sind), Handänderungen im Rahmen von Umstrukturierungen (unter bestimmten Voraussetzungen) und Ersatzbeschaffungen (unter bestimmten Voraussetzungen). Aufgeschobene Steuern werden im Rahmen der nächsten steuerbegründenden Veräusserung abgerechnet.

Verlustverrechnung. Verluste aus Teilveräusserungen werden nach vollständiger Veräusserung des Grundstückes den Anlagekosten der mit Gewinn vollzogenen Teilveräusserungen anteilmässig zugerechnet. Grundstückverluste sind überdies mit Grundstückgewinnen desselben Jahres verrechenbar. Verluste aus der Veräusserung von Grundstücken des Geschäftsvermögens sind den übrigen Geschäftsverlusten gleichgestellt; es können auch ordentliche Geschäftsverluste oder Verlustvorträge mit Grundstückgewinnen verrechnet werden.

Erbschafts- und Schenkungssteuer

Natürliche und juristische Personen profitieren von steuerbefreiten Zuwendungen, von Steuerbefreiung bei Unternehmensfortführung sowie von einer attraktiven Besteuerung von Zuwendungen an eine bzw. aus einer (ausländischen) Stiftung.

Steuerfreie Zuwendungen. Der Erbschaftssteuer unterliegen alle erbrechtlichen Zuwendungen und der Schenkungssteuer alle freiwilligen Zuwendungen unter Lebenden, soweit die Empfängerin bzw. der Empfänger aus dem Vermögen einer oder eines andern ohne entsprechende Gegenleistung bereichert wird. Die Steuerpflicht besteht, wenn die Erblasserin/der Erblasser bzw. die Schenkerin/der Schenker im Kanton Nidwalden Wohnsitz hatte oder wenn im Kanton gelegene Grundstücke übergehen. Steuerpflichtig ist die Empfängerin bzw. der Empfänger der Zuwendung.

Steuerbefreit sind jedoch Zuwendungen an Ehegatten, Kinder, Grosskinder, Urgrosskinder, Stief- und Pflegekinder, Schwiegerkinder, Eltern, Stief-, Pflege- und Schwiegereltern, Zuwendungen an Lebenspartner, sofern eine dauernde Wohngemeinschaft während mindestens fünf Jahren bestanden hat, sowie Zuwendungen an juristische Personen, die steuerbefreit sind. Von den steuerbaren Vermögensübergängen können ferner CHF 20000 als Steuerfreibetrag abgezogen werden.

Steuerbefreit sind zudem Zuwendungen von Geschäftsvermögen, die der selbständigen Erwerbstätigkeit sowie der Unternehmensfortführung dienen. Weiter sind auch Zuwendungen von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, welche der Förderung und Unterstützung von Mehrheitsverhältnissen dienen, steuerbefreit.

Steuerbefreiung von Zuwendungen an eine Unternehmensstiftung. Sogenannte Unternehmensstiftungen sind bezüglich Errichtung und späterer Zuwendungen von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit, soweit sie ihren Sitz im Kanton Nidwalden haben. Die Unternehmensstiftung dient hauptsächlich dem Erhalt und der Kontinuität eines Unternehmens, wobei es vor allem darum geht, die Herrschaftsverhältnisse an einem Unternehmen auf Dauer sicherzustellen, wenn beispielsweise Familienangehörige fehlen oder für die Unternehmensnachfolge nicht zur Verfügung stehen, oder auch nur zur Sicherstellung der Unabhängigkeit eines Unternehmens.

Steuertarif. Die Erbschafts- und Schenkungssteuersätze betragen im Übrigen 5 Prozent für Geschwister und deren Nachkommen, Grosseltern und Urgrosseltern, 10 Prozent für Onkel, Tanten und deren Nachkommen sowie 15 Prozent in allen andern Fällen.

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